Wie es angefangen hat

Ich bin mir noch nicht so richtig sicher, wie ich mit diesem Blog starten soll, also fange ich einfach mal an.

Vor einigen Monaten hatte ich die ersten Symptome, die wie ich heute weiß, der Borreliose zuzuordnen sind. Bei mir hat es mit den Knien angefangen. Jedenfalls waren das die ersten wirklich spürbaren Schmerzen. Unkonzentriertheit und andere Dinge lasse ich erstmal außen vor.

Nach den Knieschmerzen kam der Rücken, erst weiter unten im Lendenbereich, dann oben im Nacken.

Als drittes kamen die Ellenbogen, womit ich den ersten Vorschlag meines Hausarztes, nämlich die Überweisung zum Orthopäden, ganz getrost und ebenso vehement in den Wind schlagen konnte. So hat er, das danke ich ihm sehr, recht schnell eine Blutanalyse hinsichtlich Borreliose, Rheuma und Arthritis veranlasst, die mir auch schnell die notwendige Klarheit verschafft hat. Die Antikörper für B.burgdorferi waren gefunden.

Die Diagnostik war entsprechend einfach und ging schnell, zu schnell wie ich heute weiß. Auch die Therapie war damit klar. Claforan, also Antibiotika, 4 Gramm täglich, zweieinhalb Wochen lang. Das kam so überzeugt und zielsicher, warum hätte ich daran Zweifeln sollen.

Heute ist mir klar, dass einige Dinge in der Diagnostik übersehen wurden. Kein Vorwurf an Ärzte, denn insbesondere mein Hausarzt ist ein Mensch, der wirklich helfen möchte. Es ist einfach keine Zeit für Diagnostik und das notwendige Wissen liegt nicht parat. Denn Borreliose in meinem Stadium (anhand der Blutwerte in Kombination mit der Symptomatik recht gut zu bestimmen) und mein Allgemeinzustand lassen eine Antibiose zu diesem Zeitpunkt eigentlich nicht sinnvoll erscheinen. Zu viele andere gesundheitliche Probleme hätten vorab gelöst sein müssen. Unabhängig davon, dass die Gabe von einer einzelnen Antibiotika bei Borrelien ziemlich sicher Resistenzen hervorruft und 2,5 Wochen ein ganzes Eck zu kurz sind (das besagen inzwischen auch die offiziellen Vorgaben bei Borreliose) sehe ich in der Langzeitgabe von Antibiotika, kurz Antibiose, ein gesundheitliches Risiko, über das ich gerne vorher aufgeklärt worden wäre. Diese Therapie als alternativlos darzustellen empfinde ich inzwischen als ein Unwissen, das in Arztpraxen nicht mehr sein dürfte.

Deshalb möchte ich hier über meine Erfahrungen mit chronischer Borreliose bzw. Neuroborreliose berichten. Man kann auch vor der Antibiose schon schlau werden.

So sieht man übrigens nach der Antibiose aus, wenn es wie bei mir mal so richtig daneben geht.

So sieht man nach der Antibiose aus.

Natürlich ging es mir davor schon beschissen, aber ich konnte wenigsten noch sehen und gehen. Einige Tage nach der Antibiose war aber der absolute Tiefpunkt erreicht. Der Tag an dem noch nicht einmal mehr mein Schließmuskel funktionierte.

Aufstehen war an diesem Tag nicht mehr möglich.

Man mag es für extrem halten, so etwas zu veröffentlichen, aber wer mich kennt kann sicherlich bezeugen, ich mache es damit anderen so etwas nicht passiert.

Heute, knapp ein Jahr nach Beginn meiner Borreliose kann ich wieder sehen, gehen und lachen. Es gibt Momente, in denen ich schmerzfrei bin und diese Phasen werden länger.

In Facebook hatte ich damals folgendes dazu geschrieben: https://www.facebook.com/alf.drollinger/posts/10207747926880935

Ich werde gewinnen, Borreliose verliert.

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