Wie es hier weitergeht

Die ersten zwei Blogposts sind geschafft. Aller Anfang ist schwer und ich habe einige Zeit dafür gebraucht, überhaupt zu starten. Ich habe aber nicht nur hier angefangen, sondern über Monate alle erdenklichen Informationen über die Heilung von Borreliose zusammengetragen. Ich möchte hier einen Wissenspool aufbauen und schreibe jetzt einfach mal ein paar Dinge zusammen, damit klar wird, wie es hier weitergeht.

  1. Heilmittel, Ernährung, Nahrungsergänzungsmittel und viele Informationen sollen übersichtlich und zugänglich aufbereitet werden.
  2. Nicht nur Kommentare, sondern vielmehr auch verschiedene Gastautoren sollen über Ihre Erfahrungen mit Borreliose hier berichten. Auch Heilpraktiker und Ärzte sind gerne eingeladen, sich zu beteiligen.
  3. Ich habe bereits Videomitschnitte von meiner Therapie und der Dunkelfeld-Diagnostik. Ich möchte damit Licht ins Dunkelfeld (sorry für das Wortspiel) bringen und zeigen, wie moderne Diagnostik aussehen sollte.

Ich habe noch keine Ahnung, welchen zeitlichen Rahmen dieses Projekt annimmt und bitte euch um Geduld. Jeder Leidensgenosse wird die Problematik der On/Off-Symptome kennen. Mal geht es gut, dann wieder beschissen. Wenn es mir beschissen geht, habe ich keinen Kopf fürs Schreiben. Wenn es mir gut geht, werde ich das Projekt hier mit aller Kraft vorantreiben. Es kotzt mich nämlich an, wie Menschen kaputt-therapiert werden. Ich muss was tun.

Falls ihr Interesse, Informationen oder Fragen habt, schreibt mir.

Mein persönliches Borreliose Protokoll

Auf der einen Seite finde ich dass Borreliose-Protokoll eine unglückliche Bezeichnung für eine Therapie sind, die individuell auf Patienten, deren Erkrankung und nicht zuletzt dem gesundheitlichen Gesamtzustand zugeschnitten sein sollte. Aber einige Grundregeln sehe ich inzwischen schon.

Borreliose kommt von einem Zeckenbiss oder Mückenstich. Wer eine Zecke rausmacht, sollte das Spinnentier aufheben anstatt es das Klo runterzuspülen. Denn optimalerweise lässt sich die Zecke untersuchen.

Bei mir gab es keine Zecke und demnach auch keine Wanderröte, höchstwahrscheinlich liegt die Infektion auch Jahre zurück, möglicherweise in der Kindheit. Warum habe ich also im Alter von 40 Jahren Borreliose bekommen? Genau da beginnt der individuelle Leidensweg eines jeden Borreliose-Patienten. Bei mir gab es viele Gründe. Kurz gefasst habe ich als geschäftsführender Workaholic auch lange nicht auf irgendwelche gesundheitlichen Aspekte geachtet und nachdem ich immer mehr auf einen Burnout zugesteuert bin, habe ich beschlossen mein Leben grundlegend zu ändern. Erst mit dieser Entscheidung ging es mit spürbaren Symptomen los: Knieschmerzen, Rückenschmerzen, schmerzende Ellenbogen, Handgelenke und immer mehr das Gefühl, nicht mehr klarzukommen. Heute ist mir klar, dass einige Symptome Jahre früher schon da waren. Auch der Burnout ist in meiner Überzeugung Teil dieser Erkrankung geworden. Denn heute kann ich mich wieder konzentrieren und bin wieder so leistungsfähig, wie ich es viele Jahre nicht war.

Nach einer absolut schiefgelaufenen Antibiose habe ich schließlich die volle Wucht der Neuroborreliose abbekommen. Ich konnte nicht mehr laufen, war fast blind und habe schlicht mangels Körperkontrolle ins Bett geschissen. Bitte entschuldigt die direkten Worte aber ich möchte es nicht schöner darstellen als es war. Dieser Zustand wurde zwar nach einigen Tagen stetig besser aber mir war klar, dass es nicht von allein gut werden würde. Der Herxheimer Effekt, dem ich Schmerzen klar zuordnen konnte wurde durch massive Nebenwirkungen der Antibiotika und weitere Symptome begleitet, die nach meinem Empfinden nicht zur Borreliose gehören.

Ich habe angefangen zu recherchieren, über Borreliose, chronische Borreliose, Lyme Borreliose, das Post-Lyme-Syndrom, Antibiotika und zum Glück auch nach alternativen Heilmethoden. Der erste Weg führte mich über die Seiten von Vereinen und Patientenvereinigungen, deren Informationen entweder veraltet, schlicht falsch oder mindestens schlecht aufbereitet sind, dann zu Amazon mit vielen Büchern und abschreckenden Rezensionen zu dieser Borreliose-Literatur hin zu Borreliose-Kliniken, Ärzten und Heilpraktikern. Hier habe ich zum ersten Mal Borreliose-Protokolle kennengelernt.

In Büchern reduziert sich das Protokoll oft zu einer entsprechenden Ernährung. Glutenfrei, Vegan oder mindestens Laktosefrei, wenig Zucker. Vereinzelt gibt es Bücher über Karde und einzelne pflanzliche Heilmethoden. Bei Ärzten war immer von Antbiotika die Rede. Die meisten Heilpraktiker hielten ihr wissen lieber bedeckt, warben aber mit der Borreliose-Spezialisierung. Private Kontakte nannten mir kolloidales Silber, Artemisinin und MMS als die Heilsbringer. Meine Recherche war jedoch so weit gediehen, dass mir einige Dinge klar waren:

  1. Es gibt wenige Spezialisten, die sich wirklich mit aktueller Forschung beschäftigen. Die Teilnehmer-Listen der Borreliose-Konferenzen waren kurz und die meisten selbsternannten Spezialisten waren darauf nicht zu finden.
  2. Borreliose ist in meinem Stadium kein Alleingänger. Parasiten, Mineralstoffmangel, Schwermetallbelastung und Entzündungen aller Art kommen im Paket.
  3. Antibiotika kann in meinem Fall keine generelle Lösung sein, insbesondere ist die Langzeitgabe mit schweren Folgen für das Immunsystem verbunden.
  4. Kolloidales Silber wird ähnlich wie Antibiotika, hat weniger schwere Folgen, muss aber ausgeleitet werden was bei Langzeitgabe auch ein ernstes Problem darstellt.
  5. MMS und Artimisinin könnten gegen Borrelien bzw. Spirochäten funktionieren, aber ich weiß zuwenig, vor allem habe ich keine Ahnung über meinen gesundheitlichen Gesamtzustand. Nach der Antibiose hatte ich sicherlich kein abwehrbereites Immunsystem zur Verfügung.

Also habe ich die Teilnehmerlisten der letzten internationalen Borreliose-Konferenz genommen, mir die Webseiten aller Teilnehmer angesehen und mich für eine Therapie bei Marlene Kunold in Hamburg entschieden. Ich nenne kurz die entscheidenden Kriterien:

  1. Die Homepage und das Bild von Marlene Kunold empfand ich als vertrauenserweckend.
  2. Sie hält mit Informationen nicht hinter den Berg. Jede Menge Veröffentlichungen und handfeste Informationen stehen mir bereits im Vorfeld zur Verfügung.
  3. Zusätzlich zur Borreliose-Spezialisierung erschien mir die Auswahl an erlernten Methoden und die moderne Diagnostik (v. a. die Spektralanalyse Oligoscan) als umfassend und für meine angestrebte Heilung passend.
  4. Marlene Kunold hält wenig von einer Antibiotika-Langzeitgabe und ich wollte erst einmal weit weg von diesem Teufelszeug.
  5. Nicht zuletzt hatte sie selbst Borreliose und ich kann damit rechnen, in meiner Situation verstanden zu werden.

Der Weg nach Hamburg war hart. Ich war wackelig auf den Beinen und hatte je nach Tagesform (On/Off-Symptome werden die meisten Borreliose-Patienten kennen) auch ein sehr eingeschränktes Sichtfeld oder gleich ganz Milchglas vor den Augen. Die Trübung kam oft auch ohne Vorwarnung und so war der erste Fußmarsch zu Ihrer Praxis kein Zuckerschlecken. Ich bin froh dort gelandet zu sein, denn im Endeffekt hat mich Frau Kunold in meinen Recherchen bestätigt und ich habe in den Monaten der Behandlung noch viel wertvolles Wissen mit auf den Weg bekommen. Das bringt mich zu meiner eigenen Idee für eine sinnvolle Diagnostik:

Borreliose-Diagnostik

  1. Laborbefundung: natürlich sollten Blutwerte den ersten Aufschluss über eine mögliche Borreliose-Erkrankung geben. Jedoch darf man sie nicht als verbindlich ansehen. Nur weil keine Antikörper da sind, kann man Borreliose nicht ausschließen.
  2. Je nach Laborbefund gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten weiterer Diagnostik. Die Verlässlichste und minimalinvasivste scheint mir die Dunkelfeld-Mikroskopie zu sein. Alternativ gibt es weitere Blutanalysen bis hin zur Biopsie. Bei der Dunkelfeld-Mikroskopie werden auch zusätzlich Parasiten und weitere kleine Feinde im Blut entdeckt, bei mir beispielsweise Babesien.
  3. Anamnese: diesen Teil hätte ich unterschätzt, massiv unterschätzt. Wer noch nie bei einem Heilpraktiker war, wird mit dem Begriff evtl. auch gar nichts anfangen können. Die Aufstellung aller Impfungen, Erkrankungen, Verletzungen, Operationen und Infektionen und die Beurteilung des gesundheitlichen und damit auch psychischen Status eines Patienten ist aber enorm wichtig. Viele Dinge die Frau Kunold mir in diesem Gespräch bereits angekündigt hat, haben sich in den Laborbefunden und der späteren Therapie bestätigt.
  4. Mineralstoffe und Schwermetalle mittels Oligoscan. Es gibt zwar sicherlich eine Menge anderer Methoden. Der grundsätzliche Status ist jedoch mittels der spektroskopischen Oligoscan-Methode recht einfach und zuverlässig zu ermitteln. Auf den Einwand einer ungenauen Angabe (das unbeschriftete Balkendiagramm wird oft von klugen Ärzten angezweifelt), kommt von mir die bislang unbeantwortete Gegenfrage “gibt es denn eine bessere Methode?” Ärzte lassen diesen Part oft wegen Ungenauigkeit lieber weg. Heilpraktiker antworten oft mit EDTA/DMSA also Ausleitung, was aber noch nicht mal im Ansatz mit der Ermittlung des Mineralstoffhaushalts gleichzusetzen ist, sondern nur mit dem Urin ausgeschiedene Schwermetalle messbar macht. Was ich ausgeschieden habe, ist nicht mehr im Körper, was im Körper verblieben ist bleibt damit also ein Ratespiel. Wer mir also mit dieser Logik kommt, sorry, rote Karte.

Erst nach mindestens dieser Diagnostik ist eine erfolgreiche Borreliose-Therapie aus meiner Sicht möglich. Ich möchte hier nochmal zwei Dinge betonen. Erstens muss nicht die ganze Diagnostik eingangs erledigt werden, bevor irgendetwas unternommen werden kann. Zweitens erhebt diese Diagnostik keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wie eingangs erwähnt, kommen eventuell Patienten-individuell weitere Bausteine hinzu. Möglicherweise ergeben sich auch neue zu diagnostizierende Aspekte aus der Anamnese. Und eventuell ist es wie in meinem Fall noch nicht gleich notwendig, eine Dunkelfeld-Mikroskopie zu machen, weil bereits klar ist, mit welcher Form von Borreliose man es zu tun hat und vor der Behandlung der Borreliose der Patient wieder auf die Füße geholt werden muss.

Noch etwas komplexer stellt sich natürlich die Therapie dar, schließlich ist sie nicht nur Patienten-individuell und von der Diagnostik abhängig, sondern kann sich im Laufe der Therapiemaßnahmen und deren Erfolg auch verändern. Gerade deshalb habe ich auch ganz zu Anfang ein klein wenig gegen den Begriff “Protokoll” gewettert. Ich möchte hier dennoch einige Dinge feststellen und so einen Überblick über eine grundlegend sinnvolle Therapie der Borreliose geben. Ich grenze hier auch absichtlich zwei Dinge ab, Symptom- und damit Schmerzbefreiung und Ausheilung. Bei mir ging der erste Part nämlich so schnell, dass ich mich damit abfinden musste in der zweiten Phase wieder freiwillig Schmerzen auf mich zu nehmen.

Borreliose-Therapie

Symptombefreiung:

  1. Parasiten bekämpfen: hierzu werde ich separate Artikel schreiben.
  2. Mineralstoffe und Schwermetalle ausgleichen: dies kann vor allem durch Nahrungsergänzungsmittel und auch durch Ausleitung erreicht werden. Im Detail möchte ich hier aber nicht darauf eingehen. Mehr dazu in speziellen Artikeln.
  3. Für ein funktionierende Immunsystem und einen allgemein stabilen Patienten sorgen. Hier gehört Vertrauen, Mutmachen ebenso dazu wie die Stärkung der Abwehrkräfte.
  4. Ein basisches Milieu schaffen. Basische Ernährung und Natron, als einfachste Mittel kurz genannt.
  5. Evtl. sogar ohne Schmerzen und Symptome aufwachen und sich eine Woche damit vergnügen (so war es bei mir, das hat mich auch viel Kraft gegeben, weil ich nun ein klares Verständnis über meine Erkrankung und Heilung habe)

Ausheilung:

  1. Stabilisierung der Punkte aus Phase 1 durch Basen-Infusion und hochdosiertes Vitamin-C sowie weitere Einnahme der notwendigen Komponenten (Nahrungsergänzung etc.)
  2. Regelmäßige begleitende Diagnostik mittels Oligoscan oder auch Dunkelfeld.
  3. Abwechselnde Gabe einer “antibiotischen” Komponente, dazu gehören:
    1. MMS
    2. Ki Vita (auch bekannt als der Borreliose-Cocktail von Dr. Klinghardt)
    3. Bio Rizin (Warnung!)
    4. Artemisinin
    5. Kolloidales Silber (Warnung!)
    6. Antibiotika (Warnung!)
    7. Karde (Warnung!)

Die abwechselnde Gabe beruht dabei nicht nur auf der Erfahrung von bekannten Borreliose-Forschern wie Dr. Klinghardt oder Marlene Kunold sondern wird bei der Gabe von Antibiotika auch von mehreren offiziellen Stellen in dieser Form angeraten, nur von wenigen Ärzten eingehalten.

Zu den mit (Warnung!) gekennzeichneten “Medikamenten” (ich bin mir sicher, sie so zu nennen steht unter Strafe) muss ich noch einiges recherchieren und schreiben. Letzten Endes sollte keines der Mittel ohne medizinische Kenntnisse eingenommen werden.

Was die Einnahme betrifft kann ich selbst durch den Wechsel von MMS auf Ki Vita eindeutig sagen, dass andere Schmerzregionen und ein anderes Schmerzgefühl entstehen. Auch in der Dunkelfeld-Diagnostik ist nachvollziehbar, dass die ausgewachsenen Borrelien bereits rar sind. Die verbliebenen sehen auch nicht mehr übermäßig stark aus und sind nicht mehr so aktiv. In einigen Wochen geht es hier weiter, dann kann ich sicherlich mehr berichten. Die Schmerzen beider Mittel kann ich jedenfalls auch gut mit Claforan (Antibiotika) vergleichen, daher bin ich mir sicher dass es sich um verschieden Arten eines Herxheimer Effekts und nicht um Nebenwirkungen handelt.

Während Antibiotika extreme Nebenwirkungen und nur leichte Herxheimer Effekte hervorrief, war ich bei MMS überrascht, wie wenig Nebenwirkungen und wie deutliche Piekser spürbar wurden. Ki Vita ist im Vergleich noch etwas angenehmer einzunehmen, die Herxheimer Effekte wirken flächiger und konzentrieren sich weniger auf die Regionen, in denen die Borreliose-Schmerzen vorher festsaßen. Nach meinem Gefühl ergänzen sich beide sehr gut. MMS habe ich knapp 7 Wochen eingenommen, mit Ki Vita bin ich jetzt in der dritten Woche. Auch spürbar war der abnehmende Schmerz bei MMS. Die Dunkelfeld-Diagnostik kam also genau zum richtigen Zeitpunkt mir zu beweisen, dass MMS zwar wirkt aber sich bereits eine neue Generation Borrelien breitgemacht hat, die offensichtlich Resistenzen entwickelt hat. Ki Vita macht diesen jungen Wilden jetzt gefühlt den Garaus.

Viele mögen an MMS und Ki Vita zweifeln. Jedoch haben die meisten Zweifler diesen Weg aus Angst nicht gewählt und ich möchte Ihnen hiermit auch die Kompetenz absprechen, mit mir über diese beide Präparate zu diskutieren.

More to come …

Wie es angefangen hat

Ich bin mir noch nicht so richtig sicher, wie ich mit diesem Blog starten soll, also fange ich einfach mal an.

Vor einigen Monaten hatte ich die ersten Symptome, die wie ich heute weiß, der Borreliose zuzuordnen sind. Bei mir hat es mit den Knien angefangen. Jedenfalls waren das die ersten wirklich spürbaren Schmerzen. Unkonzentriertheit und andere Dinge lasse ich erstmal außen vor.

Nach den Knieschmerzen kam der Rücken, erst weiter unten im Lendenbereich, dann oben im Nacken.

Als drittes kamen die Ellenbogen, womit ich den ersten Vorschlag meines Hausarztes, nämlich die Überweisung zum Orthopäden, ganz getrost und ebenso vehement in den Wind schlagen konnte. So hat er, das danke ich ihm sehr, recht schnell eine Blutanalyse hinsichtlich Borreliose, Rheuma und Arthritis veranlasst, die mir auch schnell die notwendige Klarheit verschafft hat. Die Antikörper für B.burgdorferi waren gefunden.

Die Diagnostik war entsprechend einfach und ging schnell, zu schnell wie ich heute weiß. Auch die Therapie war damit klar. Claforan, also Antibiotika, 4 Gramm täglich, zweieinhalb Wochen lang. Das kam so überzeugt und zielsicher, warum hätte ich daran Zweifeln sollen.

Heute ist mir klar, dass einige Dinge in der Diagnostik übersehen wurden. Kein Vorwurf an Ärzte, denn insbesondere mein Hausarzt ist ein Mensch, der wirklich helfen möchte. Es ist einfach keine Zeit für Diagnostik und das notwendige Wissen liegt nicht parat. Denn Borreliose in meinem Stadium (anhand der Blutwerte in Kombination mit der Symptomatik recht gut zu bestimmen) und mein Allgemeinzustand lassen eine Antibiose zu diesem Zeitpunkt eigentlich nicht sinnvoll erscheinen. Zu viele andere gesundheitliche Probleme hätten vorab gelöst sein müssen. Unabhängig davon, dass die Gabe von einer einzelnen Antibiotika bei Borrelien ziemlich sicher Resistenzen hervorruft und 2,5 Wochen ein ganzes Eck zu kurz sind (das besagen inzwischen auch die offiziellen Vorgaben bei Borreliose) sehe ich in der Langzeitgabe von Antibiotika, kurz Antibiose, ein gesundheitliches Risiko, über das ich gerne vorher aufgeklärt worden wäre. Diese Therapie als alternativlos darzustellen empfinde ich inzwischen als ein Unwissen, das in Arztpraxen nicht mehr sein dürfte.

Deshalb möchte ich hier über meine Erfahrungen mit chronischer Borreliose bzw. Neuroborreliose berichten. Man kann auch vor der Antibiose schon schlau werden.

So sieht man übrigens nach der Antibiose aus, wenn es wie bei mir mal so richtig daneben geht.

So sieht man nach der Antibiose aus.

Natürlich ging es mir davor schon beschissen, aber ich konnte wenigsten noch sehen und gehen. Einige Tage nach der Antibiose war aber der absolute Tiefpunkt erreicht. Der Tag an dem noch nicht einmal mehr mein Schließmuskel funktionierte.

Aufstehen war an diesem Tag nicht mehr möglich.

Man mag es für extrem halten, so etwas zu veröffentlichen, aber wer mich kennt kann sicherlich bezeugen, ich mache es damit anderen so etwas nicht passiert.

Heute, knapp ein Jahr nach Beginn meiner Borreliose kann ich wieder sehen, gehen und lachen. Es gibt Momente, in denen ich schmerzfrei bin und diese Phasen werden länger.

In Facebook hatte ich damals folgendes dazu geschrieben: https://www.facebook.com/alf.drollinger/posts/10207747926880935

Ich werde gewinnen, Borreliose verliert.